Wo die rote Sonne im azurblauen Meer versinkt

Die Geschichten um Capri reichen bis in die Antike zurück und seit dem 19. Jahrhundert erlangte die Mittelmeerinsel Weltruhm – von Deutschland aus 

Jessika Maria Rauch

Wann begann eigentlich der Tourismus auf Capri? Eins steht jedenfalls fest: Großer Beliebtheit erfreute sich die Insel im Golf von Neapel bereits in der Antike, als Tiberius, der Adoptivsohn und Nachfolger von Kaiser Augustus die Insel für sich entdeckte und über die Jahre insgesamt zwölf Villen erbauen ließ. Heute ziehen Orte wie das Strandbad Tiberio, eine nach ihm benannte Bar auf der berühmten „Piazzetta“ sowie das 5-Sterne-Hotel Tiberio Palace, gegründet im Jahr 1920, zahlreiche Touristen aus aller Welt an.

Bereits hundert Jahre vor der Eröffnung dieser historischen Luxusherberge lud ein gewisser Giuseppe Pagano Gäste in seine „Locanda Pagano“ ein – das offiziell erste Hotel der Insel, das heutige „La Palma“. Es trug damals noch nicht diesen Namen und wechselte seither insgesamt fünf Mal den Besitzer. Als der Notar begann, sein Anwesen als Gästehaus zu öffnen, war der Tourismus noch ein anderer: exklusiv, langsam und privilegiert. Wer reiste, hatte nicht nur die Mittel, sondern auch die nötigen Kontakte – etwa als protegierter Künstler oder Schriftsteller mit wohlhabenden Mäzenen.

Mit der familiengeführten Residenz der Paganos, die in den 1820er-Jahren den Anfang der Hotelgeschichte Capris markierte, fiel der Startschuss für eine beispiellose Entwicklung: In den folgenden zwei Jahrhunderten wandelte sich die Mittelmeerinsel vom Fischerort zum internationalen „Hot Spot“. Heute verdreifacht sich die Zahl der Einwohner an manchen Tagen aufgrund der Tagesgäste – die Fähren aus Neapel, Sorrent oder Salerno machen Capri für den Massentourismus zugänglich.

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Auf Wort.lu

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